Kategorie Fotografie
Eiszeitverdammt kalt, seit ein paar Tagen. Eine gute Gelegenheit, die Canon 5D MKII und die kleine Leica D-Lux 4 mal bei richtiger Kälte zu testen. Vor allem ob und wie der Akku -12 Grad verträgt, interessierte mich.
Plitvice
Letztes Wochenende war ich mit Michi in Plitvice um ein paar Fotos zu machen. Wir hatten Glück mit einem perfekten Wetter. Sonne und 25 Grad machten den Aufenthalt mehr als angenehm. Einziger Nachteil: die Wasserfälle führten sehr wenig Wasser.
Über Plitvice selbst muss man nicht viele Worte machen. Es gibt reichlich Ressourcen im Netz zu dieser traumhaften Gegend. Ich möchte mich deshalb auf unsere Erfahrungen beschränken:
Feuerwerk fotografieren
Vor ein paar Tagen hatte ich Gelegenheit ein Feuerwerk zu fotografieren. Da es immer wieder Anlässe für ein Feuerwerk gibt und diese auch gerne fotografiert werden, möchte ich Euch ein paar Tips geben:
1. Wahl der Kamera
Nehmt eine Kamera, wo Ihr alles manuell einstellen könnt! Der Autofocus hat bei Dunkelheit seine Probleme; die Belichtungszeit ändert sich bei Feuerwerken sehr schnell. Vom Messen bis zum Auslösen kann sich die Lichtsituation schon geändert haben.
2. Wahl des Objektives
Das hängt sehr von Eurer Entfernung zum Feuerwerk ab. Ich selbst war diesmal relativ nahe am Geschehen und habe ein 85mm 1.8 verwendet. Eine kleinere Brennweite hätte mehr vom Gesamtbild eingefangen. Mit einem Zoom könnt Ihr leicht variieren. Im nachhinein betrachtet, wäre das 24-70mm wohl vernünftiger gewesen.
3. Einstellungen an der Kamera
Entfernung: manuell auf “Unendlich” stellen. Das sollte in den meisten Fällen passen
Blende: manuell auf Offenblende. Das lässt Euch Spielraum für eine schnellere Verschlusszeit oder geringere ISO.
Verschlusszeit: 1:60 bis 1:100 sollte passen. Zu langsam und Ihr bekommt nur mehr Wischer, zu schnell und Ihr habt nur mehr einzelne Funken.
ISO: zwischen 800 – 1.600 mit oben genannten Einstellungen sollte hinkommen.
In der Nachbearbeitung könnt Ihr Bilder aufhellen oder abdunkeln; je nach Bedarf. Fotos mit geringerer Belichtung haben weniger Rauchschwaden im Bild. Diese lassen sich jedoch auch mit dem Schwarzwert in der Nachbearbeitung verringern oder ganz entfernen.
Die folgenden Aufnahmen sind mit folgenden Einstellungen entstanden und wurden mit Aperture entwickelt:
Bilddatei: RAW
Objektiv: Canon 85mm 1.8
Blende: 1.8
Verschlusszeit: 1:25 bis 1:200
ISO: 1.200 – 3.200
Weitere Aufnahmen findet Ihr hier: http://freigeist.com/fotografie/feuerwerk/
Blitze fotografierenWer möchte sich nicht einmal den Naturgewalten stellen und ein paar tolle Blitzaufnahmen machen?
Hier ein paar Tips dazu:
1. Informiert Euch, wo in Eurer Nähe mit Gewittern zu rechnen ist. Auskünfte findet Ihr im Netz oder einer lokalen Wetterstation in Eurer Nähe.
2. Sucht Euch eine Position, wo Ihr ein breites Blickfeld habt. Blitze sind unberechenbar und erscheinen nicht immer vor einem tollen Hintergrund. Ihr erhöht damit Eure Chancen auf ein gutes Bild um ein vielfaches.
3. Achtet auf einen Regenschutz für Euer Equipment. Nur wenige Kameras sind hart im nehmen, falls Ihr mitten in das Gewitter hinein geratet.
4. STATIV – Das solltet Ihr unbedingt verwenden! Ohne Stativ einen Blitz zu erwischen ist reine Glücksache, oder Ihr macht hunderte Fotos auf gut Glück, um ein paar zu erwischen.
5. Nehmt eine lange Belichtungszeit -> STATIV.
Die folgenden Fotos wurden fast alle zwischen 30-50 Sekunden belichtet. Alle Einstellungen an der Kamera auf manuell geschaltet. ISO 160 und bis auf ein Bild, alle Blende 22. Macht ein paar Probeaufnahmen um ein Gefühl für die richtige Belichtungszeit zu erhalten. Es sollten wenn möglich auch von der Umgebung noch etwas zu erkennen sein.
Hätte ich den Auslöser ausgelassen, sobald ich einen Blitz hatte, so wäre von der Umgebung nichts zu erkennen gewesen. Ein weiterer Vorteil: man erwischt vielleicht 2 oder 3 Blitze auf einer Aufnahme. Dadurch sieht die Aufnahme noch spektakulärer aus.
Verwendet auf keinen Fall Automatikeinstellungen! Bei Wolken oder Dunkelheit funktioniert der AF nicht mehr einwandfrei; im Falle einer automatischen ISO würde die Kamera die ISO hochfahren und starkes Bildrauschen verursachen; bei Zeitautomatik würde die Kamera das Bild richtig belichten wollen – es würde viel zu hell werden; bei Blendenautomatik hättet Ihr immer Offenblende und eine entsprechend kürzere Belichtungszeit.
Meine Aufnahmen wurde mit einem 24-70 2.8 L USM gemacht. Das Gewitter war relativ nah und durch das Weitwinkel konnte ich meine Chancen ebenfalls erhöhen. Mit dem 70-200 hätte ich vermutlich weniger Blitze erwischt, diese dafür mit mehr Details, aber nicht in ganzer Länge.
Es gibt dafür keine Faustregel. Je nach Standort, Entfernung, Lichtverhältnisse und Blitzhäufigkeit müsst Ihr selbst entscheiden, was das richtige Objektiv und die richtige Einstellung ist. Es braucht ein wenig Übung für das Feingefühl, aber Eure Freunde werden beeindruckt sein :-)
Meine Fotos wurden nur minimal nachbearbeitet. Sie entsprechen zu 99,9% der Ausgabe der Canon 5D Mark II.
Weitere Fotos aus dieser Serie findet Ihr hier.
BildrauschenBildrauschen bei höherer ISO-Zahl ist wohl für viele von uns ein Problem. Nicht immer ist ein Stativ zur Hand und bevor man dann kein Foto hat, nimmt man das Rauschen in Kauf.
Es gibt ganz brauchbare Plugins für Aperture zur Rauschreduzierung und ich habe eines einmal ausprobiert.
Folgende Aufnahme habe ich um 22 Uhr Abends/Nachts (etwa 1 Stunde nach Sonnenuntergang) gemacht.
Einstellungen:
- Bild: RAW
- ISO: 3200
- Blende: 7.1
- Belichtungszeit: 1/4 Sek.
Mit Aperture bearbeitet, ohne Rauschreduzierung:
Das folgende Bild wurde in Aperture mit dem Plugin “Define 2.0″ von Nik Software Inc. zur Rauschunterdrückung nachbearbeitet.
Beide Bilder sind in Originalgrösse auf der Website, damit Ihr die Unterschiede besser erkennen könnt.
Ich habe die automatische Verbesserung gewählt, da diese für jeden leichter Nachvollziehbar ist (und aus Zeitgründen). Das Ergebnis ist ein sichtbar geringeres Rauschen, allerdings gehen minimalste Details verloren. Während das geringere Rauschen deutlich sichtbar ist, muss man die verlorenen Details wirklich suchen. Das ganze Bild wird minimal unschärfer. Sofern man das Bild nicht in voller Auflösung braucht, wird das kaum jemanden auffallen.
In diesem Fall kann ich damit Leben :-)
Es gibt neben diesem auch andere Anbieter von Plugins für Aperture oder Lightroom zur Rauschreduzierung. Wer sich gelegentlich über Bilder mit zu viel Bildrauschen ärgert, sollte sich diese Plugins auf jeden Fall ansehen.
Hier ein weiters Bild mit höherer ISO:
Einstellungen:
- Bild: RAW
- ISO: 6400
- Blende: 2.8
- Belichtungszeit: 1/20 Sek.
Ohne Rauschunterdrückung:
Mit Rauschunterdrückung:
Zum Abschluss des Vergleiches noch ein Bild mit niedriger ISO und ohne Rauschunterdrückung:
Einstellungen:
- Bild: RAW
- ISO: 320
- Blende: 7.1
- Belichtungszeit: 4 Sek.
Man sieht doch deutlich: niedrige ISO ist durch nichts zu ersetzen, aber mit guter Software kann man bei hoher ISO doch einiges verbessern.





